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> Immobilien Chile / Real Estate Chile

Länderinformation und Immobilienkauf in Chile, Südamerika

Das Land Chile: grenzt im Norden an Peru, im Osten an Bolivien und Argentinien und im Westen und Süden an den Pazifik. Seine Nord-Süd-Erstreckung ist mit etwa 4300 km eine der längsten auf der ganzen Welt. Auch kleinere Inseln gehören zum Hoheitsgebiet, zum Beispiel die fünf Flugstunden vom Festland entfernte Osterinsel. Das Land teilt sich auf 15 Regionen auf, diese wiederrum werden jeweils von 2-5 Provinzen gebildet. Der größte Ballungsraum sind die V. Region (u.a. Valparaiso) und die Metropolitana (Santiago und Nachbarkommunen).

Die Atacama Wüste im Norden gilt als extrem trocken und unfruchtbar. Daran schließt sich zwischen Copiapo und Santigo eine zunehmend bevölkerte Halbwüste an, auch der Ballungsraum Valparaiso / Santiago bis hinunter nach chile_vulkan_llaima.jpgLos Angeles hat teils sehr heiße Sommer und milde Winter, die den Anbau weltbekannter Weine und exportintensiven Obstes ermöglichen. Weiter südlich im Hauptsiedlungsgebiet der deutschen Einwanderer (Temuco / Osorno / Puerto Montt), finden wir Landschaften wie in Nordeuropa oder Neuseeland, immer überragt von der beeindruckenden Andenkordillere, die von Vulkanen gespickt und meistens schneegepudert den Reisenden überallhin begleitet. Hier sind die Zentren der Landwirtschaft, die Bevölkerungsdichte nimmt drastisch ab und beträgt südlich der großen Insel Chiloé nur noch ca. 4 Einwohner/ qm. Mehr als 30% des Staatsgebietes sind als Nationalparks streng geschützt. In der neunten Region (Temuco) ist ein spürbarer Einfluss der Ureinwohner (Pehuenchen / Mapuchen) zu verzeichnen, der auch auf dem Immobilienmarkt eine Rolle spielt. Seit dem Ende des Pinochet-Regimes 1990 hat sich der Tourismus stark entwickelt und bietet dem ausländischen Besucher eine vielseitige Palette von Attraktionen.

Chile war und ist ein beliebtes Einwanderungsland, vor allem für Europäer. Die chile_pferdetour.jpgBevölkerung ist daran gewöhnt und aufgrund positiver Erfahrungen meistens gastfreundlich und hilfsbereit. Das Immobilienangebot ist groß, die Preise sind verhältnismäßig günstig, rentable Investitionen in diversen Branchen sinnvoll. Besonders völlig intakte Naturparadiese werden oft zu erstaunlich gemäßigtem Preis angeboten. Chile gilt als wirtschaftliches Musterland Lateinamerikas und belegt auch den 1. Platz des Human Development Index innerhalb Lateinamerikas. Durch seine landschaftliche Vielfalt und Schönheit nimmt das 4300 km lange und nur 180 km schmale Land eine Sonderrolle ein und gilt immer noch als Geheimtipp.

Einwohnerzahl von Chile: ca. 17 Millionen, davon leben ca. 8 Millionen im Großraum Santiago de Chile / Vaparaiso.

Sprache in Chile: „Chilenisches“ Spanisch. Mapudungun als Sprache der Ureinwohner wird kaum gesprochen. Englisch ist wenig verbreitet, außerdem verschiedene Indianersprachen. Chile ist sehr europäisch, speziell im Süden sprechen viele Menschen Deutsch, deutsche Schulen sind weit verbreitet und genießen hohes Ansehen. Es haben sich besonders hier auch viele Rentner aus Deutschland, der Schweiz und Österreich angesiedelt. Diese erhalten ihre Pension problemlos per Post. Mit wenigen spanischen Grundkenntnissen kommt man gut zurecht.

Wie ist das Klima in Chile? Chile hat außer den Tropen alle Klimazonen und sehr abwechslungsreiche Landschaften anzubieten: Im chile_zapallar_strand.jpghohen Norden liegt die trockenste Wüste der Welt, die Atacama. Zum Vergleich: sie ist trockener als das bekannte "Death Valley" in Kalifornien und weist Luftfeuchtigkeit von weniger als 10 % auf. Außerhalb von Oasen und Flusstälern wachsen Pflanzen in der Atacama fast nur an den Küstenhängen der Kordilleren, wo sie von feuchten Pazifikwinden mit Wasser versorgt werden können, und auf Berghängen und Hochtälern zwischen 3000 bis 4500 m Höhe an der Grenze nach Argentinien. In diesem mineralreichen Gebiet befindet sich die größte offene Kupfermine der Welt, Chuquicamata, sowie auch Salpetervorkommen und die zugehörigen verlassenen uralten Siedlungen. Internationale Konzerne sind sehr aktiv in chile_rosinenproduktion_ im_copiapotal.jpgder Erschließung der reichen Bodenschätze. In dieser Zone gibt es auch wichtige Fischzucht- und Fischereibetriebe. Wunderschöne völlig einsame Strände, fantastische Resorts, typische Andentäler mit malerischen Dörfern, es fehlt an nichts. Ab Copiapó weiter südlich, werden Vegetation und Kulturlandschaften immer häufiger, dank des nun eher mediterranen Klimas. La Serena ist eine bezaubernde Stadt mit kilometerlangen weißen Sandstränden, gepflegten Einkaufspassagen und interessanten Ausflugsmöglichkeiten, zum Beispiel ins Elqui-Tal zu den Observatorien. Die größte Bevölkerungsdichte, chile_tongoy_fischerhafen.jpgsowie auch die meisten Industrie- und landwirtschaftlichen Betriebe (Fundos) befinden sich im Gebiet zwischen Santiago und Puerto Montt. In Chiles Zentralzone gibt es auch eine Vielzahl von erstklassig geführten Weingütern, die man besuchen und dabei zum Teil weltbekannte Weine verkosten kann. Auch der intensive Obst- und Gemüseanbau exportiert seine Erzeugnisse weltweit, vor allem in die USA, nach Asien und Europa. Die Bodenqualität lässt nichts zu wünschen übrig. Im südlichen Zentraltal findet man dutzende von kristallklaren Seen, die für den Fischfang und alle Wassersportarten ideal sind. Dort erheben sich auch viele mächtige teils aktive Vulkane (Callaqui, Lonquimay, Llaima, Villarica). Noch unzugängliche weite Urwälder in den Bergen, üppige chile_vulkan_antuco.jpgWasserkaskaden (km 480: „Salto del Laja“), unzählige saubere Flüsse in weiten fruchtbaren Hügellandschaften: Ein wirklich attraktives Gebiet, besonderes auch zum Leben. Hier ähnelt das Klima mehr dem mitteleuropäischen, man kann in den Voranden mit bis zu 2000mm Niederschlag im Jahr rechnen, die Sommer sind deutlich kürzer und wechselhafter. In der Gegend südlich von Puerto Montt ändern sich  Landschaft und Klima noch einmal: Hunderte von Inseln, Kanälen, Gletschern und wildströmende Flüsse umgeben von einer fast unberührten Vegetation, sowohl für den anspruchsvoll aktiven Urlauber wie auch für Menschen die sich in diesen üppigen Naturlandschaften ruhig entspannen wollen. chile_constitucion_strand.jpgDie Niederschlagsmenge erreicht stellenweise 4.000mm, Sonnentage werden spärlicher. Ganz am Ende, aber deshalb nicht weniger interessant, dann das riesige mythenumwobene Patagonien, das „Ende der Welt“. In diesem Gebiet finden wir eine Fülle chile_kap_hoorn.jpgweiterer attraktive Sehenswürdigkeiten, wie z.B. die grenzenlose trockene Pampa (eher in Argentinien), erste Gletscherfelder oder die atemberaubenden Felsformationen des Torres del Paine Nationalparks nahe der Stadt Puerto Natales. Die Insel Feuerland mit ihrem rauen, kalten und sehr stürmischen Wetter versinkt wirklich im Nirgendwo. Die Antarktis, die teilweise von Chile beansprucht wird, liegt sozusagen vor der Haustür, nur noch runde 1.000 km hinter dem stürmischen Treffpunkt von Atlantik und Pazifik.

Reisebestimmungen und Visum für Chile: Bei Einreise erhalten Touristen kostenlos eine "Tarjeta de Tourismo" (Touristenkarte), die bei der Ausreise wieder vorgelegt werden muss. Bei Verlust muss bei der "Polica Internacional" (PDI) in Santiago, Gral. Borgoo 1052, bzw. in allen wichtigen Städten in den Provinzen ein Doppel angefordert chile_suepatagonien.jpgwerden, bei einem zweiten Verlust wird das jedoch sehr schwierig! Ein Einreise-Visum ist allgemein erforderlich, ausgenommen sind u.a. Staatsbürger der EU-Länder und der Schweiz. Die 90-tägige Aufenthaltsdauer kann im Lande gegen eine Gebühr von 100 US-Dollar einmalig um 90 Tage verlängert werden. Diese Verlängerung muss mindestens 30 Tage vor Ablauf der Aufenthaltsgenehmigung im "Departamento de Extranjera" (Ausländerbehörde), Agustinas 1235, Tel. 5502400/5502454, oder bei der jeweiligen "Gobernacin Provincial" (Provinzverwaltung) beantragt werden. Grundsätzlich erneuert sich das Visum jeweils automatisch, wenn man Chile kurz verlässt, um zum Beispiel das argentinische Mendoza oder San Carlos de Bariloche zu besuchen, in wenigen Stunden im Luxusbus.

Landeswährung Chile: CLP 1 Euro ca. 750 CLP, 1 USD ca. 500 CLP (11 / 2009)

Mehrwertsteuer in Chile: 19 %

Ärztliche Versorgung in Chile: Clinica Alemania sehr gut, u.a. in Santiago, Concepción, Temuco, Valdivia, Puerto Montt. Allgemein ist die ärztliche Versorgung ausreichend bis gut, auch in anderen privaten und öffentlichen Krankenhäusern. Man geht finanziell als Ausländer generell in Vorleistung und lässt sich die Kosten bei der Rückkehr ersetzen. Einwanderer sollten sich in ihrem Heimatland um eine langfristige Deckungszusage ihrer Krankenkasse bemühen. Spezielle Angebote bietet u.a. die DKV. Auch im Land selbst kann man sich, wenn man ein Visum hat, privat selbst versichern, bei einem maximalen Eintritt Alter von 64 Jahren, allerdings sind die Leistungen nicht ganz so weitreichend.

Deutsche Schulen in Chile: Landesweit in Arica, La Serena, Viña del Mar, San Felipe, Santiago (mehrere), Chillan, Los Angeles, Temuco, Villarica, Valdivia, Osorno, Puerto Varas, Puerto Montt, Frutillar, Purranque und Punta Arenas. Diese Schulen werden privat betrieben und kosten deshalb pro Monat 100-150 Euro (je nach Ort, 2009) zuzüglich Schulkleidung und Lehrmaterial.

Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten in Chile? Rinderfilet kg € 8, 1kg feinster Fisch € 5, 1 l Olivenöl Extra Virgen € 8, 1 l Bier € 1, chile_valparaiso_plaza_fischmarkt.jpgFlasche sehr guter Rotwein ab € 6, 400 g Spaghetti € 0.60, 12 Eier 1,40, €, 1 Salat: € 0.30, 1kg Freilandtomaten € 1,  Busfahrt (ca. 8km) € 1/ (ca. 500 km) € 10, 1 l Normalbenzin € 0.80, 1 Stunde Putzfrau € 1.50 (gesamte Hausarbeit incl. Kochen, Bügeln, etc.), Steinofenpizza groß: € 4-5, gutes Essen im Restaurant (Vorspeise + Fischfilet oder Steak + Nachtisch) ab € 8. 1 Stunde Instrumentalunterricht (privat) ab € 8. Strom € 0,35/Kw. Sat TV Basispaket € 55 im Monat. Gutes Abendessen im Restaurant € 10-20, Friseur waschen + schneiden + fönen Herr € 6 und Dame € 8. Kaufpreis Toyota Yaris Sedan ab € 10.000. (Stand Dezember 2009).

Versicherungen in Chile: Außer einer Haftpflichtversicherung ist das Angebot ähnlich dem europäischen zu etwa gleichen Preisen.

Wie sicher ist Chile? Allgemein gilt: Lassen Sie sich nicht verrückt machen! Chile ist zweifellos eins der sichersten Reiseländer in Südamerika. Besucher können sich frei und unbekümmert bewegen. Sie sollten lediglich, wie überall auf der Welt, problematische Randbezirke großer Städte meiden und in den Zentren Vorsicht walten lassen. Raubüberfälle mit Gewaltanwendung sind sehr selten. Tipp: Wichtige Dokumente und Geld am Körper unterbringen! Der Immobilienerwerb in Begleitung eines vertrauenswürdigen Begleiters aus dem Land ist absolut sicher.

Investitionen in Chile: sind  sehr interessiert an Investoren aller Art, die Chilenisch-Deutsche Handelskammer ist zum Beispiel mit chile_punta_arenas.jpgüber 1000 Mitgliedern ein Zeugnis dafür. Die Behörden sind sehr hilfsbereit vor allem gegenüber Europäern aufgrund jahrzehntelanger positiver Erfahrungen. Korruption ist nahezu unbekannt. Manche Touristen sind derart fasziniert von Chile, dass sie zurückkommen und sich auf einem eigenen Stück Land ansiedeln. Viele Informationen die man in Europa über Chile hört und kennt, sind unvollständig oder zu negativ. Ein qualifizierter Helfer vor Ort kann Fehlinvestitionen und Verluste vermeiden. Chile hat weltweit einen ausgezeichneten Ruf für wirtschaftliche Prosperität und Stabilität.

Immobilienkauf in Chile: Der Erwerb von Immobilien in Chile ist Ausländern möglich, wenn sie ein Jahresvisum haben. Dieses kann in allen chilenischen Konsulaten beantragt werden (Dauer ca. 8 Wochen) oder in Chile selbst während eines touristischen Aufenthaltes (Dauer 2-3 Wochen). Das Wichtigste ist der überzeugende Solvenz nachweis. Ausländer, die in Chile kaufen, können die Gelder für den Kauf vom Eigentum nach Chile auf dem üblichen Bankenweg überweisen und sollten diese Devisen - gemäß den Normen von der hiesigen Zentralbank – deklarieren, die Höhe ist unbegrenzt. Die Kaufabwicklung wird in der Regel von einem Rechtsanwalt begleitet, notariell vollzogen und kurz danach im Grundbuch eingetragen.

Finanzierung für Immobilienerwerb innerhalb Chiles: Ist für Einwanderer ohne Visum nicht möglich!! Die Banken sind nur bei soliden Sicherheiten zu Krediten bereit, das Zinsniveau ist wie in ganz Südamerika unbegreifbar hoch (ca. 20% Jahreszins bei Immobilienkäufen, deutlich mehr beim Erwerb von Konsumgütern).

Kaufnebenkosten für Immobilienerwerb in Chile: Für Grundbuch und Notar etc. liegen in der Regel zwischen 1,5 und 2,5 % des Kaufpreises, Maklerprovision in der Regel 2 - 3% vom Kaufpreis für Käufer und Verkäufer.

Einfuhr von Hausrat und Pkw bei Einwanderung nach Chile: Abgesehen von Waffen und anderen gefährlichen Dingen unkompliziert, die Zollformalitäten können in den Häfen schon einen Tag dauern. Autos sollte man nicht mitbringen, es gibt im Land reichlich zu günstigen Preisen, die Einfuhrzölle sind extrem.

Einfuhr von Tieren nach Chile: Bei Haustieren verlangt der Tierarzt an der Grenze eine vollständige Bescheinigung, von einem chilenischen Konsulat im Ausland beglaubigt, über alle erforderlichen Impfungen und die vollständige Gesundheit des Tieres. Das Tier darf vor allem keine ansteckenden Krankheiten haben. Das Tier muss sich bei Zweifeln einer klinischen Untersuchung unterziehen. Eine Tollwutimpfung wird nicht verlangt, wenn das Ursprungsland offiziell frei von Tollwut erklärt wurde. In diesem Fall muss ein entsprechendes Zertifikat vorgezeigt werden. Die Dokumente sollten höchst aktuell sein (maximal 4 Wochen alt). Eine Quarantäne ist dann nicht erforderlich. Weitergehende Informationen bezüglich der gesetzlichen Bestimmungen erhält man beim SAG (Staatliche Behörde für Landwirtschaft und Tierhaltung).

Eine Auswahl wichtiger Städte in Chile von Nord nach Süd:

 

Arica, Iquique, Antofagasta, Copiapo, La Serena: Von Wüste umgebene nördliche Großstädte, teils mit attraktiven und produktiven Flusstälern. Starke Minenaktivitäten in den östlich davon liegenden Hochebenen. Touristisch zunehmend erschlossen, mehrere imposante Observatorien, und jede Menge Traumstrände. Der Pazifik ist wegen des kalten Humboldtstroms und teils starken Wellengangs nur bedingt zum Schwimmen geeignet.

Santiago: Hauptstadt von Chile ( ca. 5.800.000 Einw.) mit weltstädtischem Flair. An der Plaza de Armas, dem Zentrum der Stadt, scheint die chile_santiago1.jpgSzenerie vertraut europäisch: Hier spanisch anmutende Arkaden, dort ein herausgeputztes Palais, an der Ecke ein moderner Spiegelglasturm neben der neoklassizistischen Kathedrale. Viele Konsumtempel und reichlich Fast-Food. Vertraut auch die Gesichter der chile_santiago_kirche.jpgMenschen: Typische Latinos? Fehlanzeige! Sie scheinen sich nicht von denen in Frankfurt oder London zu unterscheiden: Gehetzte Yuppies in Designer-Anzügen, fossile Bürohengste in grauer Kluft, selbstbewusste Managerinnen mit Handy am Ohr, und das „einfache“ Volk, immer zu einem Bummel mit Schwätzchen aufgelegt. Auf der Plaza sitzen Sie im Auge des Geschehens: Während ringsum die Hektik der Millionenstadt regiert, verfallen die Menschen hier in den Schlenderschritt, schauen chile_santiago_de_chile.jpgden Schachspielern über die Schulter, lassen sich porträtieren, füttern die Tauben oder lauschen einem Streichquartett. Als verkehrt erweist sich das Klischeebild der chaotischen lateinamerikanischen Metropole, ruhig und zivilisiert chile_santiago.jpggeht es hier zu: Kein Bettler fleht Sie an, kein Taxifahrer hupt, höchstens ein Straßenverkäufer versucht es mit seinem Billigschmuck. Keine Spur von dem extrovertierten Temperament, das etwa die Argentinier auszeichnet. Freilich verstehen Sie einige Chilenen anfangs kaum, auch wenn Sie glauben, Spanisch zu können, es ´sei denn, Sie haben ein entsprechendes Spezialwörterbuch (z.B. Reise Know How oder Lonely Planet) und viel Fantasie. Und doch kommen chile_santiago_luftbild.jpgSie schnell ins Gespräch mit dem Banknachbarn, der die Zeitung liest, oder dem Verkäufer, der sich als Deutschstudent entpuppt, und plötzlich ist alles ganz anders und sie fühlen sich schon fast wie zu Hause. Die Chilenen sind unaufdringlich, aber neugierig und ernsthaft interessiert an dem Besucher aus Europa. Woher, wohin, Te gusta Chile? (Gefällt dir Chile?) sind stets die ersten Fragen. Und dann stellt sich heraus, dass der Schwager einer Tante mal in Hamburg gelebt hat genau wie Sie, und im Nu sind Sie ein amigo und am Sonntag zum Grillen eingeladen, ernsthaft! Santiago ist das absolute Zentrum des Landes, zum permanenten Ärger der Regionen. Weit in chile_santiago_Park.jpgdas Umland erstrecken sich im Osten hochmoderne, im Süden und Westen moderate bis armselige Vororte, teils mit erheblichem kriminellen Potential. Der Gegensatz von Reichtum und Armut fällt ständig ins Auge, allerdings weit weniger krass als in den anderen Ländern des Kontinents. Auf jeden Fall bietet die Hauptstadt eine Fülle von Attraktionen, Weingüter und Natur-und Skiparadiese in den angrenzenden Anden laden zu Ausflügen ein, Hotelerie und Gastronomie bieten oft internationale Topqualität.

Valparaíso: Chiles größter Hafen ca. 130 km westlich der Hauptstadt liegt an einer malerischen und nach Norden offenen Bucht des chile_valparaiso_hafen.jpgPazifischen Ozeans. Der Charakter der Stadt ist weltberühmt und Zentrum zahlreicher literarischer, musikalischer und künstlerischer Aktivitäten. Auch die Anlage in Form eines riesigen Amphitheaters mit tausenden verwinkelten Gassen, ratternden Aufzügen und gemütlichen Trolleybussen beeindruckt. Die Stadt gilt als kulturelle Hauptstadt Chiles. Im Juli 2003 wurde der historische Stadtkern mit seiner Architektur aus der Kolonialzeit von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Seitdem wird viel renoviert. Das Klima in Valparaíso ist mediterran, oft neblig, im Sommer sorgt die Meereslage für eine frische Brise und angenehme Temperaturen (selten über 25° C). Die Nachbarstadt Viña del Mar zieht im Sommer Hunderttausende von Badegästen an, besonders aus Santiago und aus Argentinien. Das Sylvester Feuerwerk an einer 30 km langen Küstenlinie ist das größte des Kontinents.

Rancagua, San Fernando, Curicó, Talca, Chillán: liegen wie alle folgenden Städte an der Panamerika, die von La Serena bis Puerto Montt als Autobahn hervorragend ausgebaut und für den europäischen Geschmack kaum befahren ist, aber: 120 km/h maximal, viele Kontrollen, und Benutzungsgebühren (teilweise elektronisch abgelesen, dann piept es in Ihrem Leihwagen). Sie bieten als regionale Zentren Aktivitäten in Landwirtschaft, Obst- und Weinproduktion und werden jeweils von einer touristisch attraktiven Umgebung, besonders östlich Richtung Andenkette, umgeben.

Los Angeles: Lebendiges Provinzzentrum (165.000 Einw.) chile_salto_del_laja_los_angeles.jpgnahe dem Bio Bio Fluss ca. 110 km südlich der Stadt Chillán und rund 130 km südöstlich von Concepción, der Hauptstadt der VIII. Region (Bío-Bío). Die Südsommer sind lang und heiß, nachts relativ frisch und trocken. Niederschläge ca. 1.200 mm pro Jahr (April-September). Breites Angebot für Konsumfreudige. Die Stadt ist ein Zentrum der Landwirtschaft und Holzindustrie. Los Angeles wird (wie eigentlich alle Städte) durch sehr pünktliche Busse häufig, preiswert und komfortabel mit dem ganzen Land verbunden.

Temuco: In Südchile ist die Stadt das Zentrum der Ureinwohner (Mapuche), aber auch deutscher Einwanderer. Temuco (230.000 Einw.) ist Hauptstadt der Región de la chile_ araukarien_nahuelbuta.jpgAraucanía (IX.) und liegt landschaftlich reizvoll etwa 670 km südlich von Santiago de Chile und 107 m über dem Meeresspiegel, Land- und Forstwirtschaft bilden den Schwerpunkt der Aktivitäten. Die fortwährenden Konflikte zwischen den Indianern und der Staatsmacht können schon mal arglose Reisende ängstigen, 2009 war ein besonders heftiges Jahr. Das Klima ist mit dem Deutschlands vergleichbar. Besonders im Winter regnet es hier ausdauernd und viel, Schneefälle sind in der Ebene selten. Östlich der Stadt liegen mehrere aktive große Vulkane, wie der Vulkan Villarrica mit 2.840 m Höhe und der Volcán Llaima mit 3.125 m Höhe, beide aktiv.

Villarrica: Typische Kleinstadt (28.000 Einw.) chile_rinderfarm.jpgca. 85 km südöstlich von Temuco am Westufer des Lago Villarrica. Der Lago Villarrica hat eine Fläche von rund 176 km² und eine maximale Tiefe von 165 m. Am See gibt es viele herrliche Strände. Er ist die Quelle des Flusses Río Toltén. Östlich der Stadt (25 km) liegt der aktive Vulkan Villarrica mit 2.840 m Höhe. Das Klima ist mit dem Deutschlands vergleichbar. Besonders im Winter regnet es aber viel, Schneefälle sind selten. Der Tourismus ist die wichtigste Einnahmequelle, insbesondere der See Lago Villarrica und der Vulkan  ziehen sehr viel Touristen an. Östlich des Sees liegen zwei Nationalparks, der Nationalpark Villarrica und der Nationalpark Huerquehue.

Pucón: Nahe der Nationalparks Villarica und Huerquehue, der Reserva Forestal Quelhue und dem privaten Schutzgebiet Cañi, chile_landschaft.jpgist der Ort (14.000 Einw.) umgeben von einer Vielzahl kleinerer und größerer Seen sowie mehreren Vulkanen inmitten einer imponierenden Bergkulisse. Dem Besucher bietet sich eine große Auswahl attraktiven Freizeitangeboten, zahlreiche Hotels, Pensionen, Bars, Restaurants, Discotheken und ein Casino (wie seit neuestem überall in Chile). In unmittelbarer Umgebung laden Wanderwege und Thermen ein. Diese Kombination macht Pucón zu einem der touristisch aktivsten Orte Südchiles, allerdings sollte man im Januar und Februar lange im Voraus buchen. Immobilienpreise können hier durchaus deutsches Niveau erreichen.

Lago Panguipulli: Ein großer See im Süden Chiles im Norden der X. Region (Región de los Lagos). Der See liegt zwischen den Städten Panguipulli und Choshuenco. Der Lago Panguipulli besitzt eine Fläche von rund 117 km² (bei einer Länge von 28,3 km chile_fluss.jpgund einer Breite von 5 km) und eine maximale Tiefe von 268 m. Der See ist ein alter Gletschersee aus der Eiszeit. Östlich des Sees liegt der Vulkan Choshuenco mit 2.415 m Höhe und der Vulkan Mocho mit 2.422 m Höhe. Die Stadt Panguipulli liegt direkt am Westufer des Sees und ist ein Tourismuszentrum. Der See ist tiefblau und glasklar, an den Ufern gibt es viele Buchten und Strände. Der Fischreichtum ist groß, man fängt dort unter anderem Forellen und Lachse. 60 km nordöstlich von Panguipulli liegt das Naturschutzgebiet Reserva Nacional Mocho Choshuenco. Der Vulkan Mocho brach zuletzt 1863 aus. Die Gegend ist sehr waldreich. Zahlreiche weitere attraktive Seen im näheren Umkreis locken in den Sommerferien Januar und Februar reichlich inländische Touristen an, bessere Reisezeiten vorher oder nachher.

Valdivia: Im „kleinen“ Süden Chiles ungefähr chile_viehzucht.jpg15 Kilometer vom Pazifik entfernt. Valdivia (145.000 Einw.) liegt in einem intramundanen Becken der chilenischen Küstenkordillere am schiffbaren Calle-Calle, der sich auf der Höhe der Stadt mit dem Río Cruces zum Río Valdivia vereinigt. Der deutsche Siedler-Einfluss ist sichtbar. Stadt (Fischmarkt, Botanischer Garten) und die Umgebung zum Meer hin sind touristische sehr attraktiv. Das Klima ist ganzjährig feucht-gemäßigt, insbesondere im Südwinter sehr regenreich; die Temperaturen schwanken zwischen 8 Grad im Juli und 17 Grad im Januar.

Osorno: Verwaltungszentrum der gleichnamigen Provinz (150.000 Einw.). Der deutsche und auch schweizerische Einfluss ist nicht zu übersehen. Osorno liegt am Zusammenfluss des Río Damas und des Río chile_suedpatagonien.jpgRahue in der Region X (Región de los Lagos) Chiles, etwa 100 Kilometer nördlich der Regionshauptstadt Puerto Montt. Die Stadt, am Rande der „Chilenischen Schweiz“ gelegen, lebt weitgehend von der Land- und Forstwirtschaft. Das Klima ist gemäßigt-kühl. Im Sommer liegt die Temperatur durchschnittlich bei rund 15 Grad, der Winter ist relativ regenreich mit einer Durchschnittstemperatur von 7,2 Grad. Osorno ist das wichtigste Zentrum der südchilenischen Milch- und Landwirtschaft und verfügt über die größte "Feria de Ganado" (Viehhandelszentrum) in Chile.

Puerto Octay: ist ein Dorf mit etwa 2.500 Einwohnern im „kleinen“ Süden Chiles in der Región de Los Lagos (Region X). Der Ort liegt am Nordufer des Sees Lago Llanquihue in der Nähe der Halbinsel Centinela. Mit rund 860 Quadratkilometern ist der Llanquihue-See der zweitgrößte und einer der schönsten Seen Chiles. Blickt man nach Osten, so sieht man dort den mächtigen Volcán Osorno mit seinen 2652 Metern Höhe. Puerto Octay ist ein stark deutsch geprägter Ort mit vielen deutschen Gebäuden aus der Zeit um 1910. Die Umgebung ist von landwirtschaftlichen Aktivitäten geprägt.

Puerto Varas: Etwa 33.000 Einwohner, touristisches Zentrum im „kleinen“ Süden Chiles in der Región de los Lagos (Region X). Sie liegt etwa 20 Kilometer nördlich von Puerto Montt. Puerto Varas liegt am Südufer des Llanquihue-Sees. Auch hier ist der Blick nach Osten auf den Vulkan Osorno einmalig beeindruckend. Die durchschnittliche Temperatur beträgt im Sommer etwa 14°C, im Winter etwa 6°C. Der Tourismus ist das wichtigste Standbein von Puerto Varas. Der Hafen, die Fischerei und Landwirtschaft spielen ebenfalls eine wichtige wirtschaftliche Rolle.

Puerto Montt und Umgebung: Das aktivste Zentrum Südchiles (160.000 Einw.) liegt etwa 1.000 km südlich der Hauptstadt Santiago am Ende der Panamerikana und am Anfang der Carretera Austral. 30 Kilometer östlich der Stadt sieht man die Schnee- und chile_salto_las_chilcas_Laguna_del_laja.jpgeisbedeckte Kette der Andenvulkane. Der Llanquihue-See wird von touristischen Highlights umgeben, der Lago Todos los Santos lädt zu einer Katamaran-Fahrt ein. Der vorher unbekannte Vulkan Chaitén hat durch schwerste Ausbrüche die Regierung zur Evakuierung der gleichnamigen Stadt gezwungen. Er ist 2009 der aktivsten Vulkane in Chile. Puerto Montt ist auch Ausgangspunkt zum Besuch der reizenden Insel Chiloé (dem „Irland Südamerikas“). Die Temperaturen in diesem Gebiet schwanken von mittleren Temperaturen von 6,6 Grad im Juni und 14,5 Grad im Januar. Die Tageshöchsttemperatur kann durchaus 30 Grad erreichen. Die Region ist sehr regenreich, wobei der Südsommer trockener ist. Starke einflussreiche Gruppen deutscher Siedler seit 150 Jahren.

Puerto Aysén: ist eine kleine Stadt in der gleichnamigen Región (Region XI). Die Hafenstadt Puerto Aysén hat rund 17.500 Einwohner (2002). Sie liegt rund 600 km chile_fjorde1.jpgsüdlich von Concepción und rund 67 km westlich von Coyhaique. Die Stadt liegt an der Mündung des Flusses Río Simpson. Wenige Kilometer entfernt liegt die kleine Hafenstadt Puerto Chacabuco mit rund 1700 Einwohnern. Von hieraus kann man per Fähre nach Puerto Montt fahren. chile_fjorde.jpgTagesausflüge zur Laguna San Rafael zum äquatornächsten Gletscher der Welt (der ins Meer kalbt) sind sehr beliebt, aber teuer. Eine gut ausgebaute Fernstraße führt nach Coyhaique. Das Klima ist geprägt von starken Niederschlägen (3000 mm/Jahr). Die mittlere Temperatur im Sommer liegt bei 8 Grad und im Winter bei -6 Grad. Puerto Aysén wurde vor kurzer Zeit von einer Serie mittelstarker Erdbeben erschüttert.

Coyhaique, Puerto Natales, Punta Arenas: Patagonische Zentren mit atemberaubenden Gebirgskulissen und unendlichen Nationalparks, vor allem touristisch interessant. Investitionen in Immobilien sollten hier gut überlegt sein, auch wenn die Preise sehr niedrig sind. Raue Wetterbedingungen.

 

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